Mehr als 40 Prozent der Frauen in Deutschland haben schon einmal körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt, so das BAFzA. Außerdem sei jede Vierte im Alter von 16 bis 85 Jahren bereits Opfer von Misshandlung im häuslichen Umfeld geworden. Diese Zahlen schockieren, sind aber leider Realität. Immer wieder haben vor allem Frauen damit zu rechnen, in der Öffentlichkeit durch Blicke, Bemerkungen oder auch Übergriffe bedrängt, gedemütigt, physisch und psychisch verletzt zu werden. Zwar wird die Attacke als solche wahrgenommen, aber oftmals sucht die betroffene Person die Schuld bei sich selbst.

„War ich auf der Party zu angetrunken, als der Typ mir auf einmal an den Hintern gefasst hat und anzügliche, widerliche Bemerkungen machte?“,

„Habe ich mich zu stark geschminkt, zu kurze Röcke angezogen immer, wenn ich auf der Straße Pfiffe und abschätzige Blicke erntete? [...]“

Diese Fragen sind vielen nicht fremd. Die Situationen sind alltäglich, werden hingenommen und oft nicht weiter hinterfragt. Ebenfalls weit verbreitet ist das sogenannte ‚victim-blaming‘, dabei wird den Opfern die Schuld gegeben, es werden quasi die Täter- und Opferrolle vertauscht.

Lösungen

Um solchen Situationen entgegen zu wirken, gibt es verschiedene Lösungsansätze. So gibt es beispielsweise das Zustimmungskonzept. Dabei geht es darum vor jedem intim werden und insbesondere vor sexuellen Handlungen, die Zustimmung aller Beteiligten einzuholen und nicht auf ein „Nein“ zu warten. Damit wird das Bewusstsein gegenüber anderen gestärkt und sorgt für mehr Sicherheit.

Ein weiterer Ansatz ist die Definitionsmacht. Dabei hat jede Person die Macht ihre persönlichen Grenzen zu setzen, denn was für den einen angenehm ist, kann für jemand anderen schon zu weit gehen. So setzt jeder Mensch sein eigenes Limit, um so auch anderen zu signalisieren, was wiederholt werden kann und was nicht.

Was sagt BunterKaffee dazu?

Wir unterstützen diese Konzepte und fordern die Grenzen anderer bewusst wahrzunehmen und zu achten. Mit den Betroffenen sexualisierter Gewalt solidarisieren wir uns und wünschen uns eine größere Präsenz des Themas in der Öffentlichkeit. Als Team stellen wir uns hinter Initiativen, Organisationen und Einzelpersonen, die sich gegen die Objektivierung und Sexualisierung weiblicher Körper aussprechen und ebenso hinter Betroffene sexualisierter Gewalt. Außerdem ermutigen wir dazu, sich gegen Stigmatisierung und Grenzüberschreitung auszusprechen.

Wir treten für eine Gesellschaft ein, in der sexualisierte Gewalt keinen Raum hat und wenn sie doch auftritt klar als solche benannt und als Problem erkannt wird. Wir fordern die Suche nach Lösungswegen aus Perspektive der Betroffenen anstelle Übergriffe aus Sicht der Täter zu rechtfertigen.

BunterKaffee will mit Selbstverteidigungsworkshops praktische Varianten für den Ernstfall vermitteln. Auch werden Betroffenen sexualisierter Gewalt Möglichkeiten zur Verarbeitung und dem Umgang mit dem Geschehen aufgezeigt.