Was ist Sexismus?

Viele haben das Wort schon häufig gehört – doch was damit genau gemeint ist, wissen die wenigsten. Sexismus meint vor allem die soziale Prägung in Hinblick auf die sexuellen Verschiedenheiten zwischen Menschen und die daraus resultierenden Normen und Handlungen. Dabei handelt es sich um eine Form der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung.

Wer ist davon betroffen?

Zu großen Teilen gehören Frauen, Homo-, Bi-, Pan-, A-, Trans- und Intersexuelle zu den Betroffenen. Auch heterosexuelle Männer können von Sexismus betroffen sein. Wenn beispielsweise fortwährend das Bild vom starken, großen Mann, der keine Gefühle zeigen darf, in den Medien und der Gesellschaft geprägt wird.

Dennoch ist es so, dass wir in einer heterosexuell-männlich dominierten Gesellschaft leben. Frauen erhalten nach wie vor bei gleicher Arbeitszeit im Durchschnitt 22% weniger Gehalt als Männer und haben es schwerer in gut bezahlte Führungspositionen vorzudringen.

Dazu kommen noch die stereotypen Rollenbilder. Das alte Geschlechterbild, die Frau kümmert sich um Heim und Kinder und der Mann bringt das Geld als Ernährer nach Hause, weisen zwar viele von sich, es ist aber nach wie vor existent. Aber auch sonst herrschen klare Vorstellungen, wie Frauen zu sein haben und wie nicht. Beispielsweise werden Frauen, die eine vielfältige, offensive Sexualität leben noch heute gesellschaftlich ausgegrenzt oder diskriminiert – Männer mit ähnlichem Lebensstil erfahren eher eine Aufwertung ihres sozialen Status. Außerdem müssen Frauen häufiger damit rechnen, dass persönliche Grenzen überschritten werden. Auch wenn sexuelle Belästigung und sexualisierte Gewalt selbstverständlich nicht nur Frauen betreffen, so sind es in den meisten Fällen doch sie, die mit Objektivierung und Sexualisierung zu kämpfen haben. Es ist beispielsweise keinesfalls normal einer Frau die vorbeigeht einfach einen Klaps auf den Po zu geben und dies als nicht so schlimm zu empfinden.

Auch wer jemanden des gleichen Geschlechts oder sogar unabhängig des Geschlechts liebt, hat mit Ausgrenzung zu rechnen. In den Medien werden häufig wie selbstverständlich nur heterosexuelle Paare gezeigt. Werden Homo- und Bisexualität aufgegriffen, dann werden die Darsteller_innen meistens sehr stereotyp und überzeichnet dargestellt. Wir alle haben bei den Begriffen „Kampflesbe“ oder „Tuntiger Schwuler“ sofort Bilder im Kopf – und leider keine allzu Guten.

Aber auch strukturell gibt es Benachteiligungen von homosexuellen Paaren. Beispielsweise können diese nach wie vor nicht formell heiraten. Zwar gibt es die Möglichkeit einer „Eingetragenen Lebenspartnerschaft“, als Ehe wird jedoch nur eine Verbindung zwischen zwei verschiedengeschlechtlichen Personen angesehen.

Transsexuelle und auch Intersexuelle haben mit ähnlichen Übergriffen zu rechnen, da sie nicht in das zweigeschlechtliche Raster unserer Gesellschaft passen. Bei Personenangaben wird immer eine Geschlechtsangabe gefordert, doch dabei stehen nur „Mann“ oder „Frau“ zur Auswahl. Was soll also jemand angeben, der sich keiner dieser Kategorien zugehörig fühlt? In vielen anderen Ländern wie zum Beispiel in Großbritannien gibt es dieses Problem nicht, da es mehr als zwei Geschlechter gibt. Dies leuchtet auch ein, wenn man bedenkt, worauf Geschlecht überhaupt aufbaut: Darf ich als Frau* keine Anzüge tragen, Ingenieurwissenschaften studieren oder Top-Positionen einnehmen, statt nur zu Hause bei Kindern und Küche zu sein? Darf ich als Mann* nicht auch Kleider tragen, Kindergärtner werden oder lieber Kuchen backen, statt Schränke zusammenzubauen? „Doch, klar!”, denken die meisten. Warum dann unterscheiden, was nicht unterschieden werden sollte?

Was sagt BunterKaffee dazu?

BunterKaffee spricht sich gegen physische und psychische Gewalt aus, die Menschen aufgrund ihres zugewiesenen oder/und selbst definierten Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung ertragen müssen. Ob Menschen wegen beleidigender Bemerkungen oder gewalttätiger Übergriffe leiden, spielt dabei keine Rolle.

Was machen wir an der TU Ilmenau?

Unsere Arbeit an der TU Ilmenau besteht darin, über Geschlecht als Konstruktion aufzuklären. Hierzu ist bereits 2012 ein Gender-Quiz entstanden, ein Workshop der Aktionswoche 2012 widmete sich dem Thema „Gender“. Auch bei der zweiten Aktionswoche gab es eine CrossDressing-Party im Zeichen der Offenheit gegenüber aller Sexualitäten. Des Weiteren gibt es ein Queeres Kino in Kooperation mit dem Hochschulfilmclub (HFC). BunterKaffee sensibilisiert Menschen für die Emanzipation der Frau – Feminismus war dabei das bestimmende Thema der Aktionswoche 2013. Auch zum Frauentag oder aktuellen politischen Ereignissen ist BunterKaffee mit klarer feministischer Position anwesend und will informieren. Unser Ziel ist es über den in der Gesellschaft bestehenden Sexismus aufzuklären, Interesse zu wecken und für feministische Arbeit zu begeistern.

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