Was ist Diskriminierung?

Diskriminierung – das meint ursprünglich die Unterscheidung aufgrund spezifischer, bestehender oder zugeschriebener Merkmale. Um uns genau ausdrücken zu können und die Kommunikation zu erleichtern sind Differenzierungen notwendig. Doch werden auch viele unnötiger weise getroffen und Grenzen gezogen, wo eigentlich keine existieren.

Wer ist betroffen?

Verschiedenste Menschen sind aufgrund unterschiedlicher Merkmale von Diskriminierung betroffen. Häufig wird diesen erst durch die Herausstellung der angeblichen Besonderheiten eine Bedeutung beigemessen. Dazu zählen Hautfarbe, das zugeschriebene Geschlecht, die (angebliche) Herkunft, Religion, sozialer Hintergrund, Körperform, Alter, Auftreten und vieles mehr. Mit den jeweiligen Merkmalen werden Klischees und Vorurteile verbunden, die meistens zur Abwertung von Einzelpersonen oder Personengruppen führen. Wer kennt sie nicht? – Die Sprüche darüber, dass Frauen einen schlechteren Orientierungssinn hätten. Oder das Ostdeutsche Freizügiger sind als Westdeutsche. Bei kritischer Analyse dieser Vorurteile wird ersichtlich, dass sie nicht mit der Realität übereinstimmen.

Jeder Mensch empfindet Diskriminierung anders, auch in Abhängigkeit des jeweiligen sozialen Umfeldes. Doch lassen sich auch Schemata feststellen, die bestimmte Gruppen von Menschen betreffen. Der weiße, schlecht bezahlte, in Europa lebende Koch wird wahrscheinlich nie persönlich mit Rassismus konfrontiert, hat aber durch seine sozial mäßig anerkannte Stellung mit anderen Problemen zu kämpfen. Die 85-jährige Rentnerin merkt, wie wenig ihre Wohnung auf ältere Menschen zugeschnitten ist. Aber sie als Christin in Europa wird nicht aufgrund ihres Glaubens verfolgt. Der männliche, körperlich beeinträchtigte Rollstuhlfahrer erlebt sehr oft, dass ihm der Zugang zu Gebäuden, Wegen, öffentlichen Verkehrsmitteln nur eingeschränkt zur Verfügung steht. Doch hat er bislang vermutlich keine Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen aufgrund seines biologischen Geschlechts gemacht.

Diese Diskriminierungserfahrungen sind individuell und stellen in jedem Fall für die betroffene_n Person_en eine Einschränkung oder gar Benachteiligung dar. Trotzdem werden nach wie vor bestimmte Gruppen auf juristischem Wege benachteiligt und bestehende differenzierende Gesetze durch politische Maßnahmen gestützt. Beispielsweise wenn die Frauenquote mehrheitlich von der Bundesregierung abgelehnt wird. Oder wenn Asylbewerbern_innen nicht zugestanden wird, legaler bezahlter Arbeit nachzugehen.

Mit der Gewichtung verschiedener Diskriminierungen ist vorsichtig umzugehen. Dennoch kann man feststellen, dass es Gruppen von Menschen gibt, die häufiger und schwerwiegender betroffen sind, als andere. Dies kommt dadurch zustande, dass sich einzelne Diskriminierungsformen auch überlagern können. Der Begriff hierfür heißt Intersektionalität. Ein gutes Beispiel wäre hierfür die Entstehung des ‘Black Feminism’. Einerseits wurden schwarze Frauen bei Aufkommen feministischer Bewegungen von diesen ausgeschlossen, andererseits haben schwarze Frauen durch die zusätzliche Betroffenheit von Rassismus auch mit teilweise anderen Problemen zu kämpfen und äußern deshalb andere Forderungen.

Was hat BunterKaffee damit zu tun?

BunterKaffee will bestehende Diskriminierungsformen kritisch analysieren und fordert eine diskriminierungsfreie Gesellschaft. Wir wünschen uns ein offenes Ohr jenen gegenüber, die betroffen sind. Unser Ziel ist es, darauf aufmerksam zu machen, dass Ungleichbehandlungen nicht nur auf persönlicher Ebene stattfinden, sondern leider vielfach auch in gesellschaftlichen Strukturen verankert sind.

Unser Engagement gegen Diskriminierung und für Emanzipation im Rahmen der Arbeit von BunterKaffee richtet sich vor allem gegen Sexismus. Unter diesem Aspekt planen wir viele Projekte gegen Frauenverachtung, Homophobie und Stereotypisierung.

In diesem Kontext versuchen wir bei allen Veranstaltungen Interessierte über bestehende Vorurteile aufzuklären, die den Grundstein für Diskriminierung bilden – und diese gemeinsam zu dekonstruieren.